Russikon verwandelt sich in einen Zirkus

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Manege frei für 450 Kinder aus Russikon. In einem halben Jahr befinden sich die Erwachsenen für einmal im Publikum und ihre Kinder im Sägemehl. Die Vorbereitungen dazu laufen bereits auf Hochtouren.

 

In einem halben Jahr verwandelt sich Russikon in einen grossen Zirkus. Hunderte Schülerinnen und Schüler des Kindergartens und der Primarschule Russikon und Madetswil werden ihre einstudierten Kunststücke präsentieren, das Schulareal verwandelt sich in einen grossen Zirkus und eine Wirtschaft verköstigt die Schaulustigen. Ein Anlass nicht nur für die Schule sondern für das ganze Dorf.

 

Doch momentan liegt das noch alles in ferner Zukunft. Karin Frischkopf (FDP) von der Russiker Schulbehörde sitzt im Lehrerzimmer und erzählt lebhaft von der bisherigen Planung. Ihr gegenüber sitzt die Projektleiterin, Marianne Weiss. 

 

Dank eifrigen Helfern findet in Russikon alle drei Jahre eine grosse Projektwoche statt. «Woran erinnert man sich aus seiner Schulzeit?», fragt Karin Frischkopf und gibt gleich selber die Antwort: «Schulreisen, Klassenlager und vor allem Projektwochen.» Das Lehrerzimmer füllt sich langsam. Lehrerinnen erinnern sich an die vergangenen Projektwochen: Vor drei Jahren führte man einen Weihnachtsmarkt durch, vor sechs Jahren wurde das Projektthema «Dorf» behandelt und das Thema «Weltreise» liegt schon neun Jahre zurück.

 

Man habe verschiedene Organisatoren angeschaut, berichten Frischkopf und Weiss. Das Konzept des Circus Luna sei am überzeugendsten gewesen. Warum? Marianne Weiss: «Beim Circus Luna steht der Auftritt der Kinder in der Manege im Vordergrund.» Die Referenzliste wurde überprüft und man hat gute Feedbacks erhalten. Beim Anbieter handelt es sich um eine Firma im Bereich der Zirkuspädagogik. Dazu kommt, dass Circus Luna mit einem Zeltvermieter arbeitet, der Platz für 500 Besucher schaffen kann. Kein schlechtes Argument bei 450 Kindern.

 

Karin Frischkopf (vorne, Mitte) und Marianne Weiss (hinten, zweite von links) und ein Teil des OK-Teams (Bild Beni Frenkel)

 


Nichts wird dem Zufall überlassen

Die beiden Frauen erwähnen im Gespräch deutlich, dass die ganze Organisation auf breiten Schultern getragen wird. Nebst sieben Lehrpersonen, Marianne Weiss und Karin Frischkopf haben sich vor allem zwei Mütter engagiert. Weiss schwärmt: «Die beiden Frauen geben sich voll rein.» Eine habe bereits ein Gastrokonzept ausgearbeitet.

Toya Enzler, eine Lehrerin, hat das Logo designt. Und Tanja Fritschi, auch eine Lehrerin, hat sich als Orchesterleiterin zur Verfügung gestellt. Die ganze Planung und Vorbereitung aller Beteiligter geschieht neben der regulären Tätigkeit im Schulbetrieb. 

 

VIP-Sitzplätze mit roten Sitzkissen

Karin Frischkopf muss aber trotzdem den Kostenrahmen ständig im Hinterkopf. Die langjährige Eventmanagerin überlässt nichts dem Zufall. Die Lehrpersonen sind derzeit daran mit den Schülerinnen und Schülern Ideen zusammenzutragen, um im Vorfeld einen Beitrag für den Zirkus zu sammeln: Ein Sponsorenlauf, ein Elternbistro, eine Vernissage oder einen Kuchenverkauf stehen auf der Liste. Für Sponsoren gibt es spezielle Möglichkeiten während den Vorführungen, wie VIP-Sitzplätze mit roten Sitzkissen, so Frischkopf. In den nächsten Tagen werden Stiftungen und Firmen angeschrieben.

 

Die normalen Tickets an den vier Aufführungen sind aber nicht teuer, sie kosten nur fünf Franken. Wenn es am Ende zu einem Überschuss kommt, geht das zum Grossteil zu Gunsten des Circus Luna und den engagierten Zirkuspädagogen.

  

Die Kinder Aileen und Alain freuen sich jetzt schon auf die Zirkuswoche. (Bild Beni Frenkel)

 


Wer will filmen?

Nach einer Videoperson, welche die Zirkusaufführungen filme, suche man noch, sagen Weiss und Frischkopf. Wie haben eigentlich die Kinder von den Schulhäusern Sunneberg, Madetswil und Neuwiesen auf die Ankündigung reagiert? Weiss ist begeistert: «Sie seien jetzt schon voll bei der Sache und bestürmen die Lehrpersonen mit neuen Ideen.»

 

Im Lehrerzimmer wird es immer lauter. Viele Lehrerinnen und ein Lehrer sind gekommen. Ein Mädchen, Alieen, zeigt auf ihr Saxophon. Sie darf beim Zirkusorchester auftreten. Und Alain ist auch da. Er freut sich natürlich auch schon auf die Auftritte im Mai.

 

In der alten Turnhalle zeigen die Kinder, was sie schon alles können. Alain beherrscht das Balancierrad bereits jetzt erstaunlich gut. Und Aileen spielt schön auf dem Saxophon. Die beiden Kinder werden von den Lehrpersonen gebührend gelobt. Und plötzlich kommt ein bisschen Zirkusatmosphäre auf.

 

Text und Fotos: Beni Frenkel, veröffentlicht mit Genehmigung des Autors


PDF des Berichts im Regio R3 vom 13. Dezember 2019 

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